Das Kloster Pasing wie ein "Fels in der Brandung"

Foto: Pasinger Onlinekurier 2017
Foto: Pasinger Onlinekurier 2017

Sie scheint schon fast kämpferisch dem Wandel am Pasinger Marienplatz zu trotzen, die Kirche mit dem schönen Namen "Maria Rosenkranzkönigin".

Die Kirche an der Institutstraße, die dem Orden der Englischen Fräulein gehört, ist ebenfalls eine Marienkirche. Sie wurde 1890 erbaut und am 11. Oktober 1891 durch Erzbischof Antonius von Thoma konsekriert.

  

Nach außen durch ein zierliches Zwiebeltürmchen hervorgehoben, entspricht der einschiffige Innenraum mit auf drei Seiten umlaufender Empore dem Schema von Bet- und Kongregationssälen. Im Zweiten Weltkrieg hat sie unter den Bombenangriffen stark gelitten. 1945 wurde sie renoviert. Die Kirche hat einen schönen Altar in den Formen des Neurokoko, der sofort ins Auge fällt.

 

  

Die Schnitzereien und die Engelsplastiken stammen aus den Kunstwerkstätten Steiner in  Fürstenfeldbruck und zeugen von guter Einfühlung in die vergangene Stilform. Das Altargemälde und die übrigen Malereien fertigte Richard Holzner aus München. Das Altarbild stellt die legendäre Verleihung des Rosenkranzes an den hl. Dominikus und die hl. Rosa von Lima dar, außerdem die Krönung Marias Quelle: Erzbistum München 

 

Foto: Congregatio Jesu
Foto: Congregatio Jesu

Das historische Grundstück zwischen der malerischen kleinen Kapelle Mariä Geburt und dem Kloster der Englischen Fräulein, verbirgt abseits der heute so hektischen und lauten Planeggerstraße sowie der Baugrube am Pasinger Marienplatz, welche seit einem Jahr klafft wie eine offene Wunde auf historischen Grund, fast schon spürbare Geschichte aus längst vergangenen Zeiten. Im nicht öffentlich zugänglichen Klostergarten mit Klosterinsel der Englischen Fräulein, heute Orden Congregatio Jesu, behütet und beschützt eine "Hand voll" Klosterschwestern noch ein Stück Pasinger Geschichte sowie Tradition mit viel Herz und mit viel Seele. Ephesus sagte einst "Nichts ist so beständig wie der Wandel", vielleicht bekommt auch der Satz "Die Hoffnung stirbt zuletzt" immer mehr an Bedeutung in unserer Welt der Globalisierung und Standardisierung.

 


 Über die Entwicklung und dem Wandel in Pasing haben die Ordensschwestern ihre ganz eigenen Ansichten. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung sagten Schwester Ruth und Schwester Anne:

 

Schwester Ruth: “Als ich hier ankam, fuhr die Tram noch um die Mariensäule, zu der wir eine besondere Beziehung haben, eine Kopie der Statue steht auf unserer Klosterinsel.”

 

Schwester Anne: “Damals kam die Säule besser zur Geltung. Der Marienplatz hat meines Erachtens verloren.”

 

Zum Kunstprojekt"Pasing by 2015"

 

Schwester Anne: “Ich bin nicht sicher und befürchte, dass bei den Aktionen Pasings Geschichte in den Hintergrund gerät. Das Kopfmillerhaus etwa bekommt eine Wandarbeit, die an Origami erinnert. Aber werden die Leute erfahren, was dieses Kaufhaus für Pasing einmal bedeutet hat? Vieles im Zentrum ist austauschbar geworden. Wenn ich in Erlangen an den Arcaden vorbeifahre, dann ist wohl dort das Gleiche drin wie hier in Pasing.”

 

Das ganze Interview HIER

Fotos: Klosterarchiv/Pasing


Jens Krumpholz 18.10.2017