Pasinger Zufluchtsort getarnt als Wohnhaus

Foto: Jens Krumpholz
Foto: Jens Krumpholz

Tagtäglich laufen zahlreiche Menschen an diesen historischen Gebäude zwangsläufig daran vorbei, spätestens dann, wenn Sie nur ein paar Fußschritte entfernt vom historischen Ort Ihre Bankgeschäfte tätigen.

Ein kurzer Blick in den idyllischen Hinterhof der Stadtsparkasse-Pasing in der Bäckerstrasse 10 lohnt sich auf jeden Fall für geschichtsinterssierte Menschen.

 

Die auf dem Foto vom "Zahn der Zeit" mit Efeu überwucherte Treppe führte zahlreiche Pasinger während der Wirren des Zweiten Weltkrieges in einen sicheren, sogenannten 'Luftschutzturm'. Der sechsgeschossige Masssivbeton-Hochbunker auf quadratischem Grundriss wurde in den Jahren 1941/42 im Auftrag der Landeshauptstadt München nach den Plänen des Architekten & Stadtbaurat Karl Meitinger ( geboren am 11. Februar 1882 in München & verstorben am 2. März 1970) errichtet.

Die Bauzeit betrug 18 Monate & nach dem Krieg diente er  unter anderem als Flüchtlingsquartier auch für verfolgte jüdische Familien.

 

 

In der Gestaltung & Situierung nimmt er die Baulinien der geplanten Ost-West-Achse und des Längsfügels des neuen Rathauses auf. Ebenfalls im "Heimatstil" errichtet und mit einer für einen solchen Zweckbau ungewöhnlich repräsentativen Fassade geschmückt, hatte der Bunker zusammen mit dem Rathaus einen zur Landsberger Straße hin orientierten Appellplatz begrenzen sollen. Quelle Stadtarchiv München

 

Damit das Gebäude sich an den historischen Stadtkern optisch einfügt -um möglicherweise nicht sofort als Zufluchtsort erkennbar zu sein-, versah der Architekt dieses Gebäude mit zahlreichen Details wie das Anbringen einer Uhr an der Südseite, Ecken-Rustizierung (Mauerwerkdekoration) mit Konsolengesims, einem Zeltdach & dem Zugang zum Haus mit einer zweiläufigen Treppe mit Baluster-Einzelsäulen.


NEUES "Cafè zum Hochbunker" für Pasing, warum eigentlich nicht?

Foto: Jens Krumpholz
Foto: Jens Krumpholz

Das 37 Meter hohe Pasinger Kriegswahrzeichen steht seit 2011 auf der Liste der denkmalgeschützten Bauwerke und auf privaten Grund. Das Gebäude ist bis dato leider ungenutzt. Die im Originalzustand noch gut erhaltene Eingangstür aus Holz ist durch ein Vorhängeschloss gut gesichert. Die Außenbausubstanz ist als gut einzustufen, eine Lüftung im Innenbereich ist vorhanden, ein Wasser-/Abwasseranschluss jedoch nicht.

 

Ich habe mir beim Vorbeigehen schon des öfteren so meine ganz persönlichen Gedanken gemacht und kam irgendwann auf die Idee, warum dort drin nicht ein Klasse Cafè oder eine ähnliche Gastronomie anzusiedeln wäre. Hier bei bräuchten die "Aktiven Zentren-Pasing" doch nur einmal mit dem Eigentümer Kontakt für Verhandlungsgespräche aufzunehmen. Letztendlich würden ja dann auch die "Bunker-Besitzer" Mieteinnahmen erzielen und nicht nur Kosten zum Erhalt Jahr für Jahr präsentiert bekommen.

 

 

Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass vor allem junge und szenebegeisterte Münchner, aber auch Pasing-Nostalgiker sowie ich relativ zeitnah nach der Eröffnung des neuen Treffpunkt sagen würden, "Komm lass uns ins Bunker-Cafè gehen". In der ISEK Konzeptentwicklung vom März 2012 hieß es [Zitat]: "Entwicklung eines Nutzungskonzepts für den Hochbunker mit Potenzial für kulturelle/soziale Nutzung. Planung: langfristig. Kontaktaufnahme mit den Eigentümern."

Ob diese Planung nach sechs Jahren indessen auch schon schon Früchte getragen hat, kann uns vielleicht unsere neue & sehr arrangierte Stadtteilmanagerin  Katrin Englert auf diesem Wege mitteilen?

 

Was meint Ihr? Ich freue mich schon auf die Diskussion via Facebook-Gruppe "Du kommst aus Pasing wenn".

Verfasser: Jens Krumpholz 22.05.2018


BR Bayern2 Infolink

Das Nordbad, der Wiederaufbau der Münchner Residenz, der Umbau der Villa Hammerschmidt in Bonn – alles architektonische Meisterleistungen von Karl und Otto Meitinger. Katinka Strassberger hat Informationen über eine Münchner Stadtplaner-Dynastie zusammengetragen. HIER MEHR