Oportet ut Scandala Eveniant "Es muss ja Ärgernis kommen"

Autor:  Jens Krumpholz ( 05.04.2017 )

Foto: Max Winter Photography 2017
Foto: Max Winter Photography 2017

Der Künstler Stefano Giuriati hatte wohl schon leichte hellseherische Fähigkeiten als er im Zusammenhang mit den Pasinger Kunsttagen "Pasing by" im Sommer 2015 dieses Zitat aus dem Matthäus-Evangelium anbringen ließ. Den Spruch Jesus an der Westfassade des Pasinger Rathaus (Bäckerstrasse) kann man übersetzen im Sinne von "Es ist nötig, das Skandale stattfinden" frei aber auch in " Es muss ja Ärgernis kommen". Der polierte Frieß mit den in der Sonne blitzenden Buchstaben fand damals keinen großen Zuspruch  bei einigen Herrschaften im Bezirksausschuss 21, von "Schrecklich" bis "Provokant" hieß es damals im Kunstgremuim. Der Künstler verweist mit dem Zitat an dem öffentlichen Gebäude auf die prägenden Elemente unserer Bau-und Sprachkultur. Natürlich stehen Rathaus und die benachbarte Bibliothek auch im Dienste der Pasinger Einwohner und die biblische Zeile soll vielleicht auch ein Anstoß zum Nachdenken sein welche Auswirkung und Bedeutung Skandale in unserer Gesellschaft mit sich führen können. Meiner Meinung nach sind die "Pasinger Skandale" zu 100% HAUSGEMACHT.

 

Für diese Fehlplanung gibt es keinen roten Teppich !

Ein Highlight im Dezember 2015 Dave Kaufmann LIVE
Ein Highlight im Dezember 2015 Dave Kaufmann LIVE

Und mal ganz ehrlich, einen roten Teppich kann und wird man den Stadtteilplanern und deren die das Mamut Projekt "Pasinger Stadtteil-Totalsanierung abgesegnet hatten leider nicht ausrollen können auch nicht 8 Jahre nach Beginn des Umbau. Denn der Wahnsinn nimmt einfach kein Ende. Baustellen 2017 & 2018 wohin das Auge reicht. Was die Dauerbaustellen nicht geschafft haben zu vernichten, machen nun die Folgebaustellen. Pasing kommt einfach nicht zur stark benötigten Ruhe- und Erholungsphase. Ein Alptraum für Anwohner & Gewerbe.


Hausgemachter Ärger führt zum Skandal

Natürlich verändert sich ein Stadtteil und Baustellen gab es schon immer in Pasing. Aber früher waren da die Abstände viel größer. In der Bodenseestrasse zum Beispiel wurde in den 90igern der Gasthof zur Post neugebaut, 10 Jahre später wurden dann die alten Gebäude stadtauswärts  rechts auch abgerissen und neues entstand wie zum Beispiel das Haus wo bis vor kurzen noch die Englisch Schule drin war und wiederum 10 Jahre später kam der Abriss vom Landsberger Hof. Hätten die Investoren und Grundstückseigentümer alle diese Baustellen auf einmal errichten wollen, hätte die Stadt wahrscheinlich gar keine Baugenehmigungen erteilt. Nachdem nun innerhalb 10 Jahren so brutal in gewachsene Struktur eingegriffen wurde im Zentrum Pasing und die Anwohner & Geschäftsleute froh waren das die Dauer & Wanderbaustellen endlich beendet waren, geht es jetzt "munter" weiter. Hier die neuen Baustellen:

-Abriss Kaufring & REWE Gebäude Bäckerstrasse & Errichtung eines Wohn & Geschäftshaus, Klasse ein neues Magnet neben einem bestehendem Magneten ( Arkaden ).

-Abriss des historischen Eckhaus Planeggerstrasse wo einst ein traditioneller Schuster eine Tanzschule & eine Autowerkstatt ansässig waren & Erbauung von Wohnungen.

-Pappschachtel & alte Wirtschaftsschule 2016 abgerissen hier entsteht der neue Wohn & Geschäftskomplex 2017/18.

-Abriss der kompletten Gebäude Bodenseestrasse Ecke Lorzingstrasse inklusive dem Fressnapf und dem Parkplatz davor, Erbauung von Wohnungen.

-Und last but not least soll ja der traditionell gewachsene & das noch übriggebliebene Topmagnet im Zentrum der Pasinger Viktualienmarkt auch saniert werden in Kürze !

 

MEINE PERSÖNLICHE ERSCHRECKENDE PROGNOSE !

Das wird der Gnadenstoß für die noch übrig gebliebenen und hart kämpfenden Händler & Kleingastronomen. Nach all diesen weiteren Zerstörungen von Tradition, weiteren anstehenden Baustellen wird das dann der Trade Down Effekt sein in seiner Vollendung in unserem Viertel (zu Deutsch Verödung).


Demografischer Wandel & die Augenwischerei

Erdgeschoss Kaufhaus Kaufring 2016 (Geschichte)
Erdgeschoss Kaufhaus Kaufring 2016 (Geschichte)

Stadtteilplaner im Rathaus sowie einige Pasinger Lokalapostel verweisen fast schon drohend mit dem Finger immer gern auf den sogenannten Demografischen Wandel. Ja den gibt's tatsächlich aber in der Deffinierung steht da nirgend wo auch irgend etwas von Vernichtung oder einem kompletten Verschwinden von traditionell gewachsenen Strukturen ! Sondern:

  1. die Altersstruktur der Bevölkerung,
  2. das quantitative Verhältnis von Männern und Frauen,
  3. die Anteile von Inländern, Ausländern und Eingebürgerten an der Bevölkerung,
  4. die Entwicklung der Geburten- und Sterbezahlen,
  5. Zuzüge und Fortzüge.

Foto: Jens Krumpholz 2017
Foto: Jens Krumpholz 2017

HELA Parfümerie Pasing hat sich " verduftet"

Ein großer Verlust für die Gleichmannstrasse als TOP Magnet.

Die bei den Pasingern  viele Jahre gern besuchte Filiale schließt Ihre Pforte im Zentrum für immer.

 

Seit 1995 besteht das Parfümeriegeschäft HELA mit Filialen in und um München. Seither ist HELA für viele Münchnerinnen und Münchner das bevorzugte Fachgeschäft für dekorative Kosmetik, Düfte und Pflegeprodukte. Das Unternehmen ist seit 2007 Teil von Douglas.

 

Seit dem 06.April 2017  wird man nun via Google, wie schon bei so vielen Läden mit dem Verweis in Rot dauerhaft geschlossen leider informiert. Danke an die Mitarbeiter für die jahrelange Treue und  stets freundliche Bedienung.


Fakt ist aber auch, wenn der letzte Händler verschwunden ist, kann die ansässige & umliegende Bevölkerung nur noch im Internet bestellen, das wiederum bringt noch mehr Verkehr ins Zentrum. Die Zulieferfahrzeuge von Amazon, Zalando & Co. beliefern allein bei mir im Haus (Bodenseestr.20) jetzt schon mind. 5-mal täglich umliegende Anwohner. Das wäre dann der SCHILDBÜRGERSTREICH HOCH FÜNF zu mindestens für die die laut nach Verkehrsberuhigung die ganzen Jahre gerufen und hart gekämpft hatten, von den Kosten/Steuergelden der teueren Verkehrsleitsysteme in Pasing ganz zu schweigen.

Und jene die vom Internetshopping nichts halten müssen auf andere zumindest noch funktionierene Stadtviertel ausweichen und sich dort leider in Zukunft versorgen.

 

Fazit

Mal ganz ehrlich wenn alle Wohnungen fertig sind u.a. auf dem ehemaligen Metroglände Pasing, hier entehen 339 Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, den  genannten Baustellen in meiner Ausführung  & die zu erwartenden neuen Nachbarn in Freiham mit rund 20.000 Menschen, ja auch anerkannten Flüchtlingsfamilien die sich im Münchner Westen wohlfühlen sollen, was werden die in 5 Jahren vorfinden ? Ein am Boden liegendes Versorgungsnetz & dafür zig Wettbüros, Spielhallen, Frisöre so weit das Auge reicht, Billig Bäcker, Handyläden, 1 EURO Shops und die ganze unnütze Palette mitten im Stadtkern eines der ältesten Stadtteile Münchens. NA DANN HERZLICH WILLKOMMEN ! Jens Krumpholz ( Pasinger mit Leib & Seele)